Anschlussfinanzierung
Beim Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung schließt der Käufer mit seiner jeweiligen Bank einen
Hypothekenvertrag ab, der mit einer bestimmten Laufzeit verbunden ist. Die Dauer der Finanzierung liegt
meist unter der errechneten Gesamtlaufzeit für die Finanzierung - in der Regel sind es 10 bis 15 Jahre. Vor
dem Ende der Laufzeit bekommt der Kunde von seiner Bank ein Angebot für eine Anschlussfinanzierung;
er kann über neue Konditionen seiner Finanzierung wie die Zinshöhe oder Zinsbindung verhandeln.
Liegt dieses Angebot vor, sollte der Kunde jedoch nicht voreilig unterschreiben, sondern sich bei weiteren
Kreditinstituten Informationen über Hypothekendarlehen beschaffen. Bei einer Anschlussfinanzierung gilt
dasselbe wie bei einer Erstfinanzierung: Angebote einholen, vergleichen und dann abschließen.
Die meisten Banken bieten ihren Bestandskunden der Einfachheit halber die gleichen Konditionen an wie beim
Abschluss der Erstfinanzierung. Da die Anschlussfinanzierung für die Bank mit deutlich weniger Aufwand und
Arbeit verbunden ist, sollte sie mindestens 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte unter der Erstfinanzierung liegen.
Der Vorteil der Anschlussfinanzierung ist zudem, dass der Kreditnehmer nach einer bestimmten Zeit auch über
Veränderungen in den Modalitäten der Finanzierung sprechen kann. Oft haben sich im Laufe der ersten Jahre
der Finanzierung auch die persönlichen Verhältnisse des Kunden verändert - z.B. Grösse der Familie. Diesen
Veränderungen kann nun in der zweiten Finanzierungsrunde Rechnung getragen werden.
Auch sollte mit der Bank darüber verhandelt werden, ob eventuelle Risikozuschläge wegfallen können. Diese
werden manchmal in die Finanzierung eingearbeitet, wenn der Kreditnehmer die Verträge mit geringem oder
gar keinem Eigenkapital abgeschlossen hat. Durch die in den ersten Jahren geleistete Tilgung entfällt das
Risiko für die Bank, so dass dieser Zuschlag nicht gerechtfertigt ist.



